Februar 2026

Man denkt ja. Man denkt die ganze Zeit. Man denkt sich kaputt an diesem Denken, das kein Denken ist, sondern Rechnen, Sortieren, Wegräumen von Welt. Und dann, sagt einer, dann gibt es noch ein anderes Denken, ein Denken, das nicht zugreift, das die Hände offen lässt, und man steht da und versteht das nicht, weil man ja denkt, Denken sei immer dieses Zupacken, dieses Nach-vorne-Preschen in die Sache hinein.

Stille jetzt. Ein Feld. Wind. Draußen.

Dass das Besinnen und das Besinnungslose sich nicht ausschließen, sondern nebeneinander gehen, ruhig, wie zwei, die sich nichts mehr beweisen müssen — das ist der Punkt, an dem es kippt. Nicht Kampf. Kein Entweder-Oder. Eher so: Man lässt das Rechnen rechnen und geht daneben her, langsam, und schaut, was das Gras macht, und das Gras macht nichts, es steht da, es wächst oder wächst nicht, und das ist eine Aussage von ungeheurer Präzision.

Das Irre ist ja: Wir glauben, wir müssten uns entscheiden. Für das eine Denken oder das andere. Für die Maschine oder den Feldweg. Aber es gibt einen Gedanken, der sagt: Nein. Beides. Gleichzeitig. Das Rechnen läuft, die Apparate laufen, und du gehst trotzdem raus und stehst am Rand von irgendwas und merkst, dass du merkst. Dass da etwas ist, das sich nicht verrechnen lässt. Nicht weil es größer wäre oder tiefer oder heiliger, sondern weil es anders zählt. Oder gar nicht zählt. Weil Zählen hier aufhört, eine Kategorie zu sein.

Ein Baum. Licht fällt durch die Äste. Man sieht es.

Und dieses Sehen, das kein Analysieren ist, das kein Ergebnis hat, das zu nichts führt — das ist nicht Dummheit, nicht Versäumnis, nicht Faulheit des Geistes. Es ist die andere Seite. Es geht immer weiter, das Geräusch der Welt, das Rattern, und man sitzt mittendrin und lässt es rattern und ist trotzdem woanders, nicht weg, nicht entrückt, nicht mystisch verklärt, sondern einfach: da. Anwesend in einer Anwesenheit, die nicht produziert werden kann, die sich nicht herstellen lässt, die kommt, wenn sie kommt, und die man nicht festhalten kann, weil Festhalten schon wieder Zugriff wäre, schon wieder Rechnung. Man müsste stillstehen können. So wie man einem Tier seinen Schlaf lässt, vorsichtig, am Rand stehend, die eigene Unruhe spürend und sie nicht auf das Tier werfend.

In eigener Sache

METALABOR

Raum und Zeit für noch nicht Gedachtes, nicht Gesagtes, nicht Getanes.
Vierter bis sechster September 2026, Grand Hotel Europa, Villmar (Lahn)

Anmeldungen sind noch möglich. Weitersagen sowieso.

Textmaschine …


Hinweis: Das Eingangsbild wurde mit einem LLM-Werkzeug erstellt.