Die Kategorie Essays beinhaltet zumeist überarbeitete Texte aus meinem Newsletter, der auf Substack publiziert wird. Darüberhinaus versammelt Essays Texte, die ich in diversen Publikationen veröffentlicht habe.

Die Essays umkreisen Theorien der Situationisten und Vilèm Flussers gepaart mit eigenen Erfahrungen und dem Nachdenken über unsere Gesellschaft.

Apparate lügen nicht. Technik lügt nicht. Es sind Menschen, die lügen. Trotzdem schleppt sich die Frage, ob Fotografie lügt, durch jeden Diskurs. Ein Zombie-Thema. Die Antwort ist einfacher als die Debatte: Eine Fotografie ist eine Illusion, ein Artefakt ohne Absicht. Die Lüge beginnt erst, wenn wir anfangen zu bewerten.

Die Leica liefert technisch perfekte Dateien. Die Orthodoxie feiert das als Endpunkt. Hier beginnt die eigentliche Arbeit: Korn hinzufügen, Kontraste steigern, Schärfe reduzieren. Are, Bure, Boke nach der Aufnahme. Wer die Transformation verweigert, hat eine Kamera benutzt. Wer weitergeht, macht Fotografie.

Was passiert, bevor ein Bild entsteht? Dieser Essay folgt dem Geflecht aus Gehen, Sehen und Fotografieren. Die Subjekt-Objekt-Trennung löst sich auf. Wahrnehmung zeigt sich als Formung durch Diskurse, Körper, Geschichte.