Die Kategorie Essays beinhaltet zumeist überarbeitete Texte aus meinem Newsletter, der auf Substack publiziert wird. Darüberhinaus versammelt Essays Texte, die ich in diversen Publikationen veröffentlicht habe.

Die Essays umkreisen Theorien der Situationisten und Vilèm Flussers gepaart mit eigenen Erfahrungen und dem Nachdenken über unsere Gesellschaft.

Ein Haus zu groß für einen, zu klein für Gedanken. Tagsüber kultivierter Bürger, nachts Straßenstreuner mit Leica. Das Dao der Fotografie verlangt Hingabe, nicht Perfektion. Die Tiānwèn Akademie – Widerstand gegen den weißen Kubus. Im Zwielicht der Bars verschwimmen Grenzen wie auf meinen Bildern. Nicht Person, sondern Prozess. Nicht Fotograf, sondern Medium für das Sehen selbst.

Ein Besuch im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden entpuppt sich als ambivalente Erfahrung: Während die Kunstwerke das Herz erfreuen, wirkt die sterile Atmosphäre des modernen Gebäudes wie ein Sarkophag, der das Staunen in eine Huldigung des Reichtums verwandelt. Ein kritischer Blick auf die Rolle von Museen und die Frage, ob Kunst wirklich allen gehört, begleitet den Besucher durch die imposanten, aber leblosen Hallen.

Unser Alltag ist hektisch, ruhelos und abgestumpft. Kleine Wunder entgleiten uns. Likes zählen mehr als echte Momente. Eigenständigkeit? Kaum. Wir tragen Masken, spielen Rollen und verlieren uns selbst. Ruhe und Zärtlichkeit bleiben auf der Strecke.