Tagebau Hambach

Am Rand des größten Lochs Europas hat RWE eine Wellness-Oase der Weltuntergangsvoyeure geschaffen. Für vier Millionen Euro entstanden orange Metallschirme und Strandliegen, die zum entspannten Zusehen bei der Klimakatastrophe einladen – Apokalypse-Gazing als Event-Erlebnis.

Katharina Kasper Pilgerweg

Asphaltmystik: 35 Kilometer Pilgerweg durch A3-zerfurchten Westerwald, wo Infrastruktur-Gewitterfronten ihre eigene Katastrophenschönheit entwickeln. Der Katharina-Kasper-Weg zwischen Dernbach und Limburg verweigert romantische Pittoreske zugunsten einer Spiritualität des Funktionalen – stundenlang Asphalt und Schotter als Materialästhetik der Pragmatik. Hier öffnet sich das Hinterland des Bewusstseins fernab spektakulärer Kulissen, in der stillen Arithmetik des Gehens, die aus bloßer Fortbewegung Transzendenz destilliert.

Ein ganzer Tag

Ein Haus zu groß für einen, zu klein für Gedanken. Tagsüber kultivierter Bürger, nachts Straßenstreuner mit Leica. Das Dao der Fotografie verlangt Hingabe, nicht Perfektion. Die Tiānwèn Akademie – Widerstand gegen den weißen Kubus. Im Zwielicht der Bars verschwimmen Grenzen wie auf meinen Bildern. Nicht Person, sondern Prozess. Nicht Fotograf, sondern Medium für das Sehen selbst.

Limburg Nord-Süde - 45 KM

Der Limburg-Marathon: 45 Kilometer purer Wanderherausforderung. Die Route führt vom Schafsberg über Elz und Offheim zur Lubentiuskirche in Dietkirchen – hier ist erst die Hälfte geschafft. Weiter geht’s auf der Route Limburg Süd, vorbei am idyllischen Sauerborn (mit A3-Soundkulisse) und über den anspruchsvollen Anstieg zum Mensfelder Kopf. Die Strecke verbindet verborgene Naturschönheiten mit kulturellen Highlights und fordert Körper wie Geist gleichermaßen. Elf Stunden intensive Landschaftserfahrung für Wanderbegeisterte, die das Besondere suchen. Der Lohn: unbezahlbare Ausblicke, persönliche Grenzerfahrung und die tiefe Zufriedenheit, eine echte Herausforderung gemeistert zu haben.

Limburg Süd

Kulturlandschaft im Überfluss

Am 1. Mai 2025 beginne ich allein und voller Freude meine Wanderung auf der Limburg Südroute. Während der Morgen dämmert und die Natur zum Leben erwacht, reflektiere ich über meine Beweggründe. Ist es der Wunsch nach Freiheit oder die Flucht vor dem Alltag? Schritte werden leichter, die Farben intensiver. Der Weg lehrt mich nicht nur über die Natur, sondern auch über mich selbst. Ein Erlebnis voller Erkenntnisse und innerer Ruhe.

Bahnhof Laurenburg

Die Wanderung von Laurenburg nach Limburg führt über die Schaumburg, Holzheim und den Mensfelder Kopf. Frühmorgens gestartet, bietet der Weg eindrucksvolle Ausblicke auf das Limburger Becken, Felder und abwechslungsreiche Landschaften. Ein Erlebnis für Naturfreunde.

Das Museum Reinhard Ernst

Ein Besuch im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden entpuppt sich als ambivalente Erfahrung: Während die Kunstwerke das Herz erfreuen, wirkt die sterile Atmosphäre des modernen Gebäudes wie ein Sarkophag, der das Staunen in eine Huldigung des Reichtums verwandelt. Ein kritischer Blick auf die Rolle von Museen und die Frage, ob Kunst wirklich allen gehört, begleitet den Besucher durch die imposanten, aber leblosen Hallen.

Der Verlust der kleinen Dinge

Unser Alltag ist hektisch, ruhelos und abgestumpft. Kleine Wunder entgleiten uns. Likes zählen mehr als echte Momente. Eigenständigkeit? Kaum. Wir tragen Masken, spielen Rollen und verlieren uns selbst. Ruhe und Zärtlichkeit bleiben auf der Strecke.

Aufs Schlimmste zu

Ich schreibe und fotografiere, um mich selbst zu verändern und nicht gleich zu bleiben. Mein Tun ist ein Weg zur Stille und ich teile mich mit. Fotografieren geschieht spontan als Reaktion auf meine Umwelt, ohne spezifische Absicht oder Erklärung, oft spiegelt es meine stimmungsabhängigen Erlebnisse wider.

In einer frostigen Nacht

In der klirrend kalten Nacht, umhüllt von seinem Schlafsack, funkeln die Sterne wie verstreute Diamanten. Die Kälte umschlingt ihn, während der Mond sanft auf das schneebedeckte Gras scheint. Eingehüllt in Ruhe, lauscht er dem Flüstern der Natur. Seine Gedanken gleiten, Erinnerungen flattern wie Vögel im Zwielicht. Kalt, ja, aber die Seele brennt. In der frostigen Umarmung der Nacht wird er eins mit der Natur, ein Teil der unendlichen Geschichten, die die Sterne erzählen.

Beobachtungen

„Ich erleuchte mich / durch Unermeßliches“ – so lautet die deutsche Übertragung eines Gedichts des italienischen Dichters Giuseppe Ungaretti, meisterhaft ins Deutsche gebracht von Ingeborg Bachmann. Dieses Gedicht besitzt eine außergewöhnliche Strahlkraft, eine inspirierende Energie, die mir täglich neue Motivation schenkt. Ich erleuchte mich, nicht, ich werde erleuchtet. Unermeßliches, nicht der Unermeßliche. Ein Gedicht, das mich als Gestalter feiert. Ein Gedicht, das mir in Erinnerung ruft, dass ich mit allem verbunden bin. Seit vielen Jahren gehe ich ein bis zweimal im Jahr in die Stille, oft nur begleitet von Gedichten. In diesem Jahr war es dasjenige von Ungaretti, welches mich zutiefst berührte.

Sascha Büttner

Sascha Büttner, ein Meister des urbanen Flanierens, fängt mit seiner Leica die flüchtigen Momente des Stadtlebens ein und verbindet dabei die Kunst der Fotografie mit den philosophischen Prinzipien des Taoismus. Seine Bilder, inspiriert von der japanischen Fotografie der 70er Jahre, reflektieren die vergängliche Natur des Lebens und laden uns ein, die Ordnung im Chaos zu entdecken.

König Konrad

Die winterliche Wanderung von Runkel nach Villmar und zurück enthüllt den morbiden Charme der Lahn-Landschaft und beeindruckt mit historischen Höhepunkten wie dem Unica-Marmorsteinbruch und dem Denkmal für König Konrad. Ein besonderes Highlight: Der König mit Krone in der Hand, die ihm alle Nase lang entwendet wird, bevor der Blick auf die Burg Runkel und die alte Lahnbrücke den Wanderer verabschiedet.

Limburg an der Lahn

Ein kurzer Spaziergang führte mich zum Nordportal (ICE Tunnel Limburg). Wie so oft dachte ich: Limburg, du sonderbare Stadt des Lärms.

Limburg an der Lahn

Sonntags bin ich damit beauftragt, für das gemeinsame Frühstück Brötchen einzuholen. Nichts tat ich am ersten Advent lieber. Der Himmel dankte es mir mit einer verzaubernden Nebelstimmung.

Limburger Dom

In den frühen Morgenstunden durchstreift der Autor die Stadt Limburg, während sie langsam erwacht. Begleiten Sie ihn auf seinem Weg vom Dunkel der Nacht zum ersten Licht des Tages, vorbei an Marktständen, dem Greifenberg mit Blick auf den Dom und einer unerwarteten Entdeckung auf einer Streuobstwiese. Eine Mikroexpedition steht bevor – und Sie sind eingeladen, daran teilzuhaben.

Sascha Büttner Fotografie

Ein Wanderabenteuer voller Überraschungen: Vom Mensfelder Kopf über die Burgruine Ardeck bis hinunter zur Lahn – eine selbstgeplante Route, die nicht nur landschaftliche Highlights, sondern auch unerwartete Hindernisse bot.

Museum am Rosenhang in Weilburg

Das Museum am Rosenhang in Weilburg vereint Industrieromantik und Kunst zu einem faszinierenden Erlebnisraum, der Besucher in seinen Bann zieht. Ein Ort, an dem die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen.

Limburg Südroute – Wegmarkierung

Die Leica im Rucksack, das iPhone in der Hand: Ein Tag auf der Südroute
Trotz Regen und trister Landschaft wagte sich unser Autor erneut auf die Südroute und traf dabei auf einen nachdenklichen Architekten. Mit Schnappschüssen und philosophischen Gedanken über das Dao dokumentiert er eine Wanderung, die mehr als nur eine körperliche Herausforderung war.

Limburg an der Lahn
Vogelbeobachtung an der Lahn

Am 3. November 2024 führte die KVHS Limburg-Weilburg die vogelkundliche Exkursion “Wintervögel an der Lahn” durch. Zahlreiche Vogelliebhaber, darunter auch ich, nahmen daran teil. Die Dozentin Simone Kurth beeindruckte die Teilnehmer mit ihrem umfangreichen Wissen und ihrer Leidenschaft für die Vogelwelt. Ihr außergewöhnlich feines Gehör ermöglichte es ihr, trotz des Rauschens der Lahn die morgendlichen Rufe der Vögel klar und deutlich zu vernehmen. Sie unterschied mühelos zwischen Flug- und Warnrufen, was die Teilnehmer faszinierte.
Später kehrte ich mit einem Freund an die Lahn zurück. Dabei entdeckten wir den scheuen Eisvogel, der sich am Morgen noch verborgen gehalten hatte.