Einträge von sab

Tote Sprache

Donnerstagabend, Eröffnung in einer Galerie. Fotografien von AB an den Wänden, gerahmt, an ihren Platz gehängt. Man steht davor, in kleinen Gruppen, schlendert von Bild zu Bild. Erst sind es Dinge im Raum, und man ist ein Körper unter ihnen. Dann, meist früher als später, taucht die Frage auf — gestellt von jemandem oder im eigenen Kopf: Was sagt das Bild aus?

Totes Sehen

Wer sich in einem der zahlreichen Workshops für Straßenfotografie anmeldet, die jedes Jahr in mittelgroßen Städten stattfinden und deren Veranstalter mit Referenzen auf Cartier-Bresson oder Vivian Maier werben, erhält in der Regel eine Liste. Auf dieser Liste stehen Ratschläge, die das Sehen verbessern sollen: an einer guten Stelle warten, nahe herangehen, oder auch mal weiter weg, mit der Kamera aus der Hüfte schießen, die Bedienelemente der Kamera und die Programme kennen, das Licht der goldenen Stunde nutzen, nach Geometrie Ausschau halten, nach Bild im Bild, nach Reihungen, dem goldenen Schnitt.

Tote Bücher

Die These ist bekannt: Die Bildfolge ist der innere Puls des Fotobuchs. Der Gestalter ordnet Bilder, verbindet sie zu Bedeutungsketten, das Vorherige färbt das Nachfolgende ein. Ein Bild ist, was es zeigt — und was das vorige hinterließ, und was das nächste ahnen lässt.